Hartmann & Braun  - Frankfurt a/M.


Spannungsmesser Typ. G3 der Reichspost von 1913
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Hartmann & Braun Frankfurt a/M                    Bild 317

 

Herstellungsjahr:         1913

 

Bezeichnung:                  Spannungsmesser Typ. G 3 der Deutschen Reichspost.

 

Beschreibung:                Der Spannungsmesser G 3 dient zum Prüfen von

                                             Trockenelementen  und  Sammlern, ist aber auch als

                                             Strommesser und Widerstandsmesser zu gebrauchen.

 

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Das runde Messinggehäuse hat innen eine geschwärzte Messingplatte , die vorne das Zifferplatt und den Steg     „ g „ nebst dem Zeiger „ z „ trägt, während rückwärts   der Dauermagnet mit den Polschuhen sowie das  Joch  „ n „ nebst den Eisenkern „ f „ und der Drehspule „ r „ befestigt sind. Im hinteren Raum sind außerdem drei Widerstände untergebracht und nach der unteren Skizze geschaltet.

 

 

Die bis zum Jahre 1907 beschafften Geräte sind vorne, wie im Bild mit Glasdeckel verschlossen. Später wurde stattdessen eine Messingscheibe eingesetzt, die nur über der Teilung einen mit Glas verkleideten Ausschnitt hat.


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Die Drehspule hat ≈ 45 Ω Widerstand, die Rolle „ r n  etwa 50 Ω; der Vorwiderstand „ r v „ bringt den Gesamtwiderstand zwischen den Klemmen „ s 1 und  s 2  „ auf  600 Ω  genau.

Dreht man die mit „ W „ bezeichnete  Schraube ( Widerstandsschraube ) hinein, so berührt sie die Feder „ f „ und schaltet damit den Nebenwiderstand von 10,169 Ω ein. Der Verbundwiderstand „ R „ zwisch den Klemmen  s1 und  s2 beträgt

                                                                                                       dann  genau 10,0 Ω.

 


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Alle neuzeitlichen Messgeräte für Gleichstrom haben Drehspul – Messwerke mit einem Dauermagnet aus Stahl, dessen magnetische Kraft von hoher Beständigkeit sein muss. An seinen Polen „ N „ und „ S „ sind halbrund ausgeschnittene Polschuhe „ P 1 „ und 

„ P 2 „ befestigt. Zwischen ihnen steht ein rundes Weicheisenstück, ein Stempel „ F „ der von den Schenkeln „ n 1 und „ n 2 „ eines Joches aus nichtmagnetischen Metall getragen wird. In dem ringförmigen engen Spalt zwischen Polschuhen und Stempel hängt ein leichter Rahmen „ r „ aus Aluminium in zwei Drehzapfen „ d1 und  d2 „  von denen einer in einem Steg  „ g „ und der andere in dem Querstück  „ n 3 „  des Joches in Edelsteinen gelagert ist. Um beide Zapfen kann sich der Rahmen nach beiden Seiten drehen, bis er  „ n 1 und n 2 „  nahekommt.


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Der Rahmen trägt eine Spule aus umspanntem feinem Kupferdraht. Ihre Windungsenden führen zu zwei entgegengesetzte gespannten Wirbelfedern ( flache Spiralfedern ) f1 und f2, deren äußere Enden an Steg und Joch befestigt sind, während die innere an den Drehzapfen haften, Steg und Federn sind vom Körber des Messgeräts isoliert; f2 ist auch von d2 und dem Joch isoliert. Vom Steg und f 2 führt ein umsponnener Draht nach einer Anschlussklemme. Über diese beiden Drähte und die Wirbelfedern wird der Strom, den man messen will, den Spulenwicklungen zugeführt. Am oberen Drehzapfen ist der Zeiger „ z “ befestigt. Außerdem sitzen daran zwei Stäbchen, die als Gegengewichte für den Zeiger dienen. Sie sind so angepasst, dass der Schwerpunkt des beweglichen Teils in die Drehungsachse fällt. Die beiden Wirbelfedern halten die Spule in der Ruhe so, dass der Zeiger auf den nullstrich der Teilung weist.


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Messung von Widerständen:

 

Mit dem Spannungsmesser G 3 kann man ferner kleinere Widerstände messen und so zum Beispiel feststellen, ob Abspannungen, Verbindungen und Untersuchungsstellen in Fernmeldeanlagen fehlerfrei sind oder Kontaktfehler ( Übergangswiderstände ) enthalten. Man braucht dazu ein gutes Trockenelement, das mindestens 1,4 Volt elektromotorische Kraft und mindestens 1,2 Volt Klemmenspannung haben muss, sowie zwei Messschnüre mit klemmen besonderer Art                                ( siehe Skizze Messanordnung - 1 ).

 

Diese Klemmen und die Stellen, wo sie angelegt werden sollen, sind vor der Messung metallisch blank zu machen.  Messen darf man nur bei trockenem Wetter.


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Man misst zunächst die EMK                                             ( Elektromotorische Kraft ) des Elementes  bei ausgedrehter Schraube „ W „ und lese die Spannung ( EMK ) ab z.b. 1,45 Volt.  Nach der Messung dreht man die Schraube „ W „ hinein und verbindet die Teile so miteinander wie in der Messanordnung – 2 gezeigt.  Man Drückt die beiden Messkabel fest zusammen und liest die Zahl der Teilstriche, um die der Zeiger des Spannungsmessers von Null abgelenkt wird, genau ab. In diesem Beispiel sind es 8 Teilstriche.


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Schließlich schraubt man die Klemmen zu beiden Seiten der zu prüfenden Verbindungsstelle fest an die Leitung nach Messanordnung – 3 an und liest wiederum genau ab. Im diesem Beispiel sind es 7 Teilstriche. Um Beschädigungen des Spannungsmessers zu verhüten, muss man sich vor dem Anlegen der beiden klemmen an die Leitung nochmals davon überzeugen, dass die Schraube  „ W „  zuverlässig eingedreht ist. Wurde der Zeiger bei der zweiten und der dritten Messanordnung um gleichviel Teilstriche abgelenkt, so hat die Verbindungsstelle keinen merklichen Widerstand.  Ist aber die Ablenkung    „ t2 „  kleiner als die Ablenkung  „ t1 „ , so enthält die geprüfte Stelle einen Übergangswiderstand   ( x ) , dessen Größe in Ohm mit der Formel berechnen kann.

 

 

 


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Berechnungsbeispiel:

 

Gemessene EMK = 1,45 Volt

 

Gemessen nach Messanordnung – 2  insgesamt 8 Teilstriche

 

Gemessen nach Messanordnung – 3  insgesamt 7 Teilstriche

 

Rx = 145 : 7 – 145 : 8 = 20,7 – 18,1 =  2,6 Ohm.

 

Ergebnis:

 

Die Verbindungsstelle ( siehe Messanordnung – 3 ) hat einen Übergangswiderstand von insgesamt 2,6 Ohm.

 

Technische Skizzen und Texte aus der Telegraphenmeßordnung der Deutschen Reichspost Teil 4 von 1939